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Wahl in Hessen: Gutes oder schlechtes Ergebnis?
Main-Kinzig-Kreis - Gelnhausen
Geschrieben von: gt-lokal
am: Sonntag, 18. Januar 2009 um 22:12 - Gelesen: 2871 mal
Hessen hat gewählt: Die CDUwurde stärkste Fraktion und will jetzt mit der FDP, die die größten Zugewinne verzeichnet, die Regierung stellen. Die SPDlandete auf einem historischen Tief. Wie beurteilen Sie den Wahlausgang?Und was sind die Gründe für dieses Ergebnis? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.
Kommentare (11)Add Comment
Peter Kleinsorge
geschrieben von Peter Kleinsorge, Januar 19, 2009
stabile Verhältnisse in Hessen
Mein Tipp für den Wahlausgang ging daneben, gab es doch einige faustdicke Überraschungen.
Meine Prognose vor der Wahl lautete:
CDU: 42%
SPD: 25%
FDP: 13%
Grüne: 13%
Linke: 4%
Richtig an der Vorhersage war nur dass wir für die nächsten 5 Jahre eine CDU / FDP Regierung haben werden und dass die SPD in einem historischen Tief steckt.
Die Linke hat den Wiedereinzug geschafft, die Wahlsieger aber sind, in erster Linie, die FDP und die Grünen.

Ist das Wahlergebnis gut für Hessen?

Nachkarten hilft nicht, man muss das Ergebnis so akzeptieren wie es gekommen ist.
Für diejenigen, die von Roland Koch, als Ministerpräsident von Hessen, genug haben, ist der Wahlausgang sicher entäuschend.
Der SPD bietet sich nun die Chance, nach den Rücktritten von Andrea Ypsilanti, sich, in der Opposition, zu erneuern und an Vertrauen beim Wähler zurückzugewinnen.

Die gute Nachricht ist, dass Hessen wieder stabile Verhältnisse hat!
Helmut Genge
geschrieben von Helmut Genge, Januar 19, 2009
...
Die Wahl ist rum und wir werden, Dank Jörg-Uwe Hahn und seiner FDP, wieder mal abge"Kocht"! Danke an Frau Ypsilanti, die ihre (oder wessen ?) SPD in tiefste Dimensionen geführt hat. Statt nach der Nummer mit den 4 Abweichlern gleich zurückzutreten und den Weg für eine Erneuerung freizumachen, bis zum Wahlabend um 18.15 Uhr zu warten, war eine Meisterleistung,die den Fähigkeiten der Frau "Isch", wie sie mittlerweile im Parteivorstand in Berlin genannt werden soll,durchaus entspricht, und Rückschlüsse zulässt. Wahrscheinlich hat unser Ex- Ministerpräsident Holger Börner auf Grund von soviel Dummheit in seinem Grabe schneller rotiert als die Turbine im Wasserkraftwerk am Edersee. Thorsten Schäfer-Gümbel gehört mein Respekt, daß er unter schlechtesten Voraussetzungen sein Bestes versucht, und wahrscheinlich für seine Partei noch schlimmeres verhütet hat. Er wird sicherlich in Hessennoch einiges bewegen.
Traurig auch das Auftreten der Linken, die es nicht geschafft haben, vor lauter innerparteilicher Auseinandersetzungen die Schwäche der SPD zum eigenen Vorteil zu nutzen. Der Wahlkreiskandidat der Linken, "Parteibuchsammler" Ruben Müller, dem offiziellen Partei-Wortlaut nach, von Beruf Krankenpfleger, aber eigentlich Rentner (siehe Internet, WKW, seine eigene Seite),hat immerhin einen Teilerfolg zu verbuchen: Wenigstens eine seiner diversen Parteien, denen er bislang angehörte, ist an der Regierung beteiligt. Herr Müller war nämlich früher Mitglied der CSU, der FDP und der SPD, bis er bei den Linken seine Heimat(endgültig?) gefunden hat. Oder, vielleicht landet ja er auch noch bei der CDU, dem großen "Wahlgewinner", mit immerhin beachtenswerten 0,4 % plus, denn deren Parteibuch fehlt ja noch in seiner Schrankwand, die er für seine diversen Parteibücher reserviert hat. Selbst im eigenen Ort hat er keine 5% erreicht.
Aber damit steht er ja bei den Linken nicht alleine. Hareter und Feuerhack, die Spitzenleute der Linken im MKK haben ja in Neuberg auch 0,4% Minus zu verbuchen und landen nur noch bei 5,6 %.

Immerhin hat nichts-desto-trotz der hiesige Ex-SPD-und-heute-Linke-Parteigenosse Ralf Diener noch 0,3 % (=30 Promille) für die Linkedraufgelegt.

Dem Vernehmen nach soll demnächst auch der (Noch-)Kreisvorsitzende, Ferdinand Hareter, das Feld im MKK räumen (müssen?) und nach Wetzlar wechseln.
Von den Linken hätte ich mehr erwartet, als daß von 6 Leuten die wieder im Landtag hocken, 5 aus DKP-Reihen und deren Ablegern kommen und fast alle davon aus Frankfurt stammen. Chapeau an Herbert Vetter in Gelnhausen, der einen Riesenerfolg für die Linken eingefahren hat. Bürgernähe zahlt sich doch aus.

Ex-MdL Heinz Lotz von der SPD wird den Landtag ob seinesListenplatzes wohlverlassen müssen. Naja, auch das scheint eine Quittung für sein ewiges Hin-und Hergezerre zu sein, daß ja offensichtlich die Main-Kinzig-SPD in der letzten Zeit ausgezeichnet hat.
Ich glaube ja nicht dran, aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben:
Vielleicht sehe ich ja Heinz Lotz irgendwann bei der AQA in Gelnhausen, wenn er sein Hartz-IV Geld beantragt, wie dies alle anderen "normalen Sterblichen" tun müssen, die nicht von ihrer Partei gestützt, versorgt und mit Aufsichtsratsposten abgesichert werden.
Bernd Kirchhübel
geschrieben von Bernd Kirchhübel, Januar 19, 2009
...
Großes Kino, Herr Genge!

Von mir aus haben Sie persönliche Probleme mit Herrn Müller. Aber ihm noch den Link zu dieser Seite hier um 02.12 Uhr in dessen WKW-Gästebuch zu stellen, ist peinlich. Einfach nur peinlich. Ernst genommen wollen Sie nicht werden, oder?

Im übrigen müssen nicht alle Menschen Hartz IV-Geld beantragen. So werden Sie auf den Anblick von Heinz Lotz dort verzichten müssen.

Vielleicht bringt der Ihnen (oder Herr Müller?) aber ein Futterpaket für Ihren Hungerstreik.
Helmut Genge
geschrieben von Helmut Genge, Januar 19, 2009
Eine Frage der Glaubwürdigkeit
Lieber Herr Kirchhübel,
Politik ist eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wer (nach eigener Aussage) so viele Parteibücher besessen hat wie Herr Müller, dem spreche ich diese total ab. Gleiches gilt, wenn man eigentlich Rentner ist, aber vorgibt Krankenpfleger und Betriebsrat zu sein. Was regen Sie sich so auf? Weil ich einen Ihrer Freunde beim bewußten Verbreiten von Unwahrheiten erwischt habe?
Bernd Kirchhübel
geschrieben von Bernd Kirchhübel, Januar 19, 2009
...
Keine Sorge, ich habe keine der genannten Sorgen zum Freund. Ich habe keine Freunde, die bewußt Unwahrheiten verbreiten. "Rentner" kann übrigens jeder in sein Profil eintragen, ohne es zu sein.

So wie jeder einen Hungerstreik ankündigen kann, ohne ihn durchzuführen. Oder sich für Mahatma Gandhi zu halten... Aber lassen wir das besser.
Helmut Genge
geschrieben von Helmut Genge, Januar 20, 2009
...
Sehr geehrter Herr Kirchhübel,
ich jedenfalls bin Rentner und stehe auch dazu, denn ich hatte 1989 schon ein kaputtes Kreuz vom Arbeiten auf dem Bau und 15 Arbeiter in Lohn und Brot,denen ich Lohn gezahlt habe, als sie aus dem Grimmelshausen-Gymnasium ihr Abi-Zeugnis nach Hause getragen haben. Ich mußte mir selbst alles hart erarbeiten und bekam nichts geschenkt, denn ich konnte nicht in Papa´s Firma anfangen.
Ich entnehme Ihrer Antwort, daß Sie Lügen von Politikern tolerieren. Sie mögen es nicht anders kennen, aber als ich meinen ersten Wahlkampf mitgemacht habe, waren Sie noch nicht mal geboren und zu dieser Zeit gab es noch Ehrlichkeit in der Politik.
Das mit dem "Hungerstreik" überlassen Sie mal mir, man wird sehen, wozu manch einer noch in der Lage ist und was aus dieser Sache noch wird, ich jedenfalls bin zuversichtlich.
Im übrigen halte ich mich nicht für irgend jemanden, sondern wollte damit lediglich die Bereitschaft zum "gewaltlosen" Widerstand unterstreichen.
Bernd Kirchhübel
geschrieben von Bernd Kirchhübel, Januar 20, 2009
...
Herr Genge,

vor lauter Erregung und Zorn sollte man doch erst mal genau lesen und dann schreiben:

Sie haben über Ruben Müller geschrieben:

Der Wahlkreiskandidat der Linken, "Parteibuchsammler" Ruben Müller, dem offiziellen Partei-Wortlaut nach, von Beruf Krankenpfleger, aber eigentlich Rentner (siehe Internet, WKW, seine eigene Seite)...


worauf ich Ihnen zu erklären versucht habe, daß man dort auch einfach eintragen könne "Rentner" zu sein. Das haben auch andere Bekannte von mir gemacht, was ich nicht für schlimm erachte. Bezug auf Ihr persönliches Rentnerdasein habe ich nicht nehmen wollen und Lügen toleriere ich auch nicht. Weder von Politikern noch von Nicht-Politikern.

Ich habe großen Respekt, daß Sie schon mit 10 Jahren aktiv Wahlkampf betrieben haben - so viel sind Sie nämlich älter als ich. Über meinen beruflichen Werdegang machen Sie sich am besten mal nicht so viele Gedanken. Ich habe mir das Abitur, mein Studium und meinen Steuerberatertitel gekauft, vom Geld meines Vaters. Wozu auch lernen, wenn man es geschenkt haben kann.

Da das ganze hier mit dem Thema aber auch gar nichts mehr zu tun hat, beende ich die Diskussion mit Ihnen nun. Ich muß das Geld für sämtliche Rentner verdienen gehen (das Finanzamt ließ sich nämlich leider nicht kaufen, so daß ich Steuern zahlen muß).
Kay Lindig
geschrieben von Kay Lindig, Januar 20, 2009
...
Um vielleicht mal zur eigentlichen Ausgangsfrage zurückzukehren, nämlich ob der Wahlausgang nun gut oder schlecht für Hessen ist:

Ich bin sehr überrascht ob des unerwartet guten Abschneidens der bürgerlichen Fraktion bei dieser Wahl. Das Problem war zugegebenermaßen, dass sich ausgerechnet die eine große Alternative namens SPD durch ihr unsägliches Verhalten der letzten Wochen de facto unwählbar gemacht hatte. Und damit meine ich gar nicht den Versuch, eine rot/grüne Koalition mit Tolerierung durch die Linken zustande zu bekommen. Ich habe hier an anderer Stelle ja schon gesagt, dass ich persönlich mit einer solchen Konstellation keinerlei Probleme gehabt hätte. Vier Leute aus der SPD-Fraktion sahen das leider anders - und abgesehen von Fr. Metzger war bei den anderen dreien mehr als offensichtlich, worum es hier eigentlich ging (und nein, es war nicht das plötzlich entdeckte politische Gewissen). Aber all dies war natürlich nichts im Vergleich zu der Art und Weise des Umgangs mit der Situation, zu der sich die SPD-Spitze dann entschloss. Einen politischen Nobody von 0 auf 100 an die Fraktionsspitze befördert, und Frau Ypsilanti als graue Eminenz im Hintergrund. Wie **** muss man sein, um sich sowas auszudenken?! Wer so handelt, ist nicht wählbar, und genau diese Quittung hat sich die SPD - völlig zu Recht - abholen dürfen.

Das Tragische daran ist, dass die aktuelle Situation im Land der SPD ja EIGENTLICH ohne Ende in die Hand hätte spielen sollen. Schaut man sich dagegen das Wahlergebnis an, dann muss man sich ja schon fragen, warum ausgerechnet die für möglichst grenzenlosen wirtschaftlichen Liberalismus stehende FDP so abgesahnt hat. Haben die Leute alle schon wieder vergessen, dass man sich vor ein paar Wochen eigentlich ziemlich einig darüber war, dass genau dieser grenzenlose Liberalismus insbesondere im Finanzbereich einer der Gründe, wenn nicht DER Hauptgrund für die aktuelle Krise ist? So gesehen hätte ich mit vielem gerechnet, aber nicht mit einem derart rasanten Stimmenzuwachs ausgerechnet der FDP.

Mir zeigt das, dass es uns noch nicht mal ansatzweise schlecht genug geht. Offenbar ist die breite Masse eher der Ansicht, die Krise könne am besten überwunden werden, indem denen, die sie verursacht haben, Milliarden und Abermilliarden Euro in den Allerwertesten geblasen werden. Dass diese dann, wenn die Krise vorbei ist, mehr oder weniger genau so weitermachen werden wie vorher auch schon, wenn sich an der politischen Agenda nichts ändert, das interessiert im Moment scheinbar niemanden.

'In Zeiten wie diesen' sollten wir wieder auf Koch setzen. Erstaunlich, und eigentlich fast schon erschreckend, wie viele dieser Ansicht tatsächlich zugestimmt haben...
Peter Kleinsorge
geschrieben von Peter Kleinsorge, Januar 21, 2009
Denkzettelwahl
Ich bin der Überzeugung dass es vielen Wählern bei dieser Landtagswahl weniger um Regierungsprogramme sondern mehr um einen Denkzettel für das Erscheinungsbild der Politik in Hessen ging.
Die Aussicht die SPD in der Regierungsverantwortung zu sehen wirkte auf viele Wähler noch unattraktiver als die Aussicht die CDU und Roland Koch weitere 5 Jahre zu behalten.

Wenn die Volksparteien keine Wahlalternative mehr darstellen, werden die kleineren Parteien, oder die Wahlverweigerung, zur Alternative.

Kay Lindig
geschrieben von Kay Lindig, Januar 21, 2009
...
Dagegen ist ja auch nichts zu sagen. Im Gegenteil - dass die SPD bei dieser Wahl ins Bodenlose gestürzt ist, war ebenso vorhersehbar wie verdient.

Allerdings gibt es in der Parteienlandschaft ja nun durchaus noch ein paar mehr Parteien als CDU, SPD und FDP. Sicherlich - viele sagen sich, dass Stimmen für eine kleine Partei letztlich verschenkte Stimmen sind. Dennoch - gerade die FDP als liberale Wirtschaftspatei ist für mein Empfinden geradezu DER Inbegriff für eine überliberale Wirtschaftspolitik, die zu einem großen Teil zur derzeitigen Lage beigetragen hat. Selbst als eher konservativ denkender Mensch wäre ausgerechnet die FDP die wirklich allerletzte Partei gewesen (von extremistischen Parteien natürlich abgesehen), die ich in Zeiten wie diesen gewählt hätte.

Ich persönlich hatte ja eine Zeitlang mit der Piratenpartei geliebäugelt, da mir deren Inhalte sehr symphatisch sind. Letztlich habe ich es dann aber genau so gehalten, wie ich es oben anderen Leuten vorhalte: Wollte keine Stimme verschenken. smilies/wink.gif Und bei aller Symphatie - Antworten auf die derzeitige Krise haben die auch keine...

Das ist wohl das Hauptproblem: Wirkliche Antworten, wie die Krise zu lösen ist, hat eigentlich keiner. Allenfalls Vorstellungen, wie es danach weitergehen sollte. Und für die Überwindung der Krise halten die meisten Wähler dann wohl doch eine gewisse Stabilität und Kontinuität für am Besten. Auch wenn das genau die politischen Kräfte sind, die den "Turbokapitalismus" erst ermöglicht haben. Wer weiß - vielleicht haben die Wähler damit auch recht, vielleicht ist es für den Moment wirklich am besten so, wie es ist.

Trotzdem geht von dem rasanten Stimmenzuwachs für die FDP eine in meinen Augen etwas befremdliche Signalwirkung aus...
Peter Kleinsorge
geschrieben von Peter Kleinsorge, Januar 22, 2009
...
Hallo Herr Lindig,
ich persönlich kann mich Ihren Ausführungen anschließen, gerade in Bezug auf die FDP. Diese Partei wäre für mich auch keine Alternative...


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